Klassensieg bei
typischem Eifelwetter
Racing Event Motorsport hat beim zweiten Lauf zur
BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft 2009 den ersten Klassensieg
eingefahren. Dabei war das Team nicht mit dem üblichen BMW 135d Coupé –
dem Evonik-BMW – im Einsatz, sondern mit einem seriennahen BMW 120d
Coupé. Der Evonik-BMW befindet sich nach dem Unfall beim ersten Lauf
noch in der Reparatur, wird aber in zwei Wochen mit am Start sein.
Doch auch der Ersatzwagen schlug sich sehr gut und war
perfekt für den ersten Renneinsatz von Nachwuchstalent Valentin Hummel.
„Er ist bereits einige Bergrennen gefahren, war aber noch nie auf der
Nordschleife im Rennen unterwegs“, sagte Teamchef Andre Ibron. Doch
bereits bei den stark verregneten Trainingsrunden am Freitagnachmittag
bewies Valentin Hummel sein fahrerisches Können.
Genauso wie von seinem jungen Piloten, war Andre Ibron
von dem BMW überzeugt. „Der 120d ist sehr gutmütig und macht vor allem
im Regen besonders viel Spaß.“ Dieses Fahrverhalten zeigte sich auch
beim Qualifying am Samstagmorgen. Nach einigen Runden stellte Valentin
den BMW 120d auf Gesamtplatz 180 ab. „Wir sind zu Beginn im Regen
rausgefahren und haben unsere Pflichtrunden absolviert. Danach haben wir
uns mit dem Startplatz zufrieden gegeben, weil wir nichts mehr riskieren
wollten. Valentin sollte schließlich möglichst viel Rennerfahrung
sammeln dürfen“, erklärte Andre Ibron die Situation. Trotz abtrocknender
Strecke beließ es Racing Event Motorsport bei der gesetzten Zeit und
konzentrierte sich auf das Rennen.
Den Start absolvierte Teamchef Andre Ibron. Da die
Strecke fast vollständig abgetrocknet war, entschied sich die Mannschaft
für die profillosen Slicks. Doch bereits in der Einführungsrunde sollte
sich diese Wahl als Fehler erweisen, da im hinteren Teil der knapp 25
Kilometer langen Strecke Regen eingesetzt hatte. Andre Ibron absolvierte
zwei Runden auf der teilweise sehr nassen Piste und kam dann zum
Reifenwechsel an die Box. Dort stellten sich kleinere Probleme mit den
Distanzscheiben heraus, die wegen ihrer Temperatur auf der Radnabe
festsaßen. Erst nach 15 quälend langen Minuten konnte die Fahrt
weitergehen. Valentin Hummel nutzte die Gelegenheit und kletterte in den
BMW.
Mit Rundenzeiten um 12.30 Minuten bewies er im Eifelregen
sein Talent. Vor allem die Konstanz, mit der Valentin Hummel seine
Runden absolvierte beeindruckte. Und auch das Tempo war für den
Nordschleifenneuling beachtlich. Nach zwei Stunden übernahm Teamchef
Andre Ibron wieder das Steuer und brachte den BMW sicher ins Ziel. Mit
seiner Routine und Erfahrung fuhr er auf abtrocknender Piste 12.01
Minuten und damit die schnellste Rennrunde innerhalb der Klasse.
Valentin Hummel war von seinem ersten Rennen auf dem
Nürburgring begeistert: „Beim ersten Rennen gleich im Regen zu fahren
ist natürlich eine große Herausforderung, den Klassensieg habe ich mir
schwer erarbeitet und ich bin froh, dass das Auto noch ganz ist.“
In zwei Wochen, am 2. Mai, wird Racing Event Motorsport
wieder zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft antreten. Wer neben
Andre Ibron den Evonik-BMW steigen wird, stand noch nicht ganz fest. Ob
der Teamchef sein junges Nachwuchstalent der deutlich größeren
Power des 135d aussetzen möchte wusste er noch nicht. „Das ist ein
großer Schritt für Valentin, ich möchte ihn damit nicht überfordern.“
Schließlich peilt Andre Ibron mit seinem großen Coupé den Klassensieg
an. Diesen psychischen Druck möchte er nicht auf Vallentin Hummel
ausüben. "Wir werden uns nächste Woche noch einmal unterhalten, wenn er
es sich zutraut finden wir bestimmt einen Weg."