Racing Event
Motorsport im
Wechselbad der
Gefühle
Das
24-Stunden-Rennen war unbestritten das große Saisonhighlight für Racing
Event Motorsport und den Evonik-BMW. Das weiße BMW 135 Biodiesel-Coupé
war von Teamchef Andre Ibron und seiner Mannschaft perfekt vorbereitet
worden und sollte für ein aufregendes und nervenaufreibendes
24-Stunden-Rennen sorgen. Dies zeigte der Evonik-BMW auch sofort im
ersten Zeittraining mit Platz 1 in der Klasse. Im zweiten Training ließ
es die Truppe dann ruhig angehen. „Wir haben nur unsere Pflichtrunden
absolviert. Eigentlich wollten wir von der Poleposition in der Klasse
D3T gehen, doch wir hatten Probleme mit dem Ladedruck und wollten keinen
Schaden am Motor riskieren“, erklärte Andre Ibron. Doch der Teamchef
wusste, dass bei der Hatz zweimal um die Uhr der Startplatz eine
untergeordnete Rolle spielte. Die Techniker konnten die Zeit nutzen, den
Fehler im System zu finden und zu beheben, damit der Evonik-BMW
problemlos an den Start gehen konnte. Thomas Laudage, Zoran Radulovic,
Athanasios Karageorgos und Andre Ibron wechselten sich am Steuer des
Biodiesels ab. Den Start übernahm der Teamchef selbst. „Das war wirklich
beeindruckend, wie die Fans uns auf der Einführungsrunde gefeiert
haben.“ Über 235.000 Menschen hatten ihre Zelte rund um die Nordschleife
aufgeschlagen und begrüßten die 170 startenden Fahrzeuge mit Jubel,
Feuerwerk und einem großen Fahnenmeer.
Die ersten Stints
verliefen problemlos. Andre Ibron hatte seinen Fahrerkollegen auf den
Weg gegeben, mit gemäßigtem Tempo ins Rennen zu gehen. „Beim
24-Stunden-Rennen ist es nicht sinnvoll, das Letzte aus dem Auto zu
holen. Es kommt auf die Haltbarkeit an.“ Bis auf eine Ausnahme hielt
sich das Fahrerquartett auch an die Vorgabe. Durch den Mehrverbrauch an
Kraftstoff kam aber genau der Fahrer nicht mehr wie errechnet an die
Box und musste auf Platz 1 liegend im Notprogramm an die Box humpeln,
unnötig wie der Teamchef später sagte. Zu allem Überfluss ereilte die
Mannschaft das gleiche Problem mitten in der Nacht erneut. Der
Evonik-BMW musste nach zwei Stunden Nonstop-Fahrt tanken. Der
entsprechende Funkspruch an den Piloten, dass er an die Box kommen
sollte, erreichte den Fahrer nicht, weshalb er eine Runde zu viel in
Angriff nahm und prompt mit Spritmangel liegen blieb. „Besonders
ärgerlich war, dass wir das Auto erst viel später mit einem
Abschleppwagen von den Streckenmarshalls gebracht bekamen“, Andre Ibron
wusste, dass dieser Zeitverlust schlecht für das Ergebnis war.
Schließlich führte der Evonik-BMW zu diesem Zeitpunkt die Klasse an.
Doch wegen eines Rückstandes gab Racing Event Motorsport noch lange
nicht auf. Schließlich war es das oberste Ziel, die komplette Distanz zu
überstehen. Der 135d überstand mit Ausnahme eines Reifenschadens gegen
morgen bis zum Mittag des zweiten Renntages alles unbeschadet und
kämpfte sich wieder an die Spitze der Klasse heran, als eine kleine
Entlüftungsschraube am rechten vorderen Bremssattel sich lockerte. Sie
verschloss den Flüssigkeitskreislauf nicht mehr richtig und etwas
Bremsflüssigkeit trat heraus. Der Evonik-BMW steuerte routinemäßig die
Box an, wo die Boxencrew sich sofort an die Arbeit machte. Ein einfacher
Ersatz war jedoch nicht möglich, da sich auch das komplette Gewinde in
Wohlgefallen aufgelöst hatte. Mit dem kleinen, aber wirkungsvollen
Defekt war klar: jetzt ist das Ergebnis zweitrangig, Ankommen zählt. Die
Mannschaft schaffte es, die Bremse zu reparieren und das Coupé wieder
auf die Reise zu schicken. „Ich bin froh, dass wir danach beschwerdefrei
durch die restlichen Stunden gekommen sind“, sagte Andre Ibron
erleichtert.
Jetzt gilt es, den
Evonik-BMW wieder fit für das nächste Langstreckenrennen in der
Langstreckenmeisterschaft zu machen. In der heimischen Werkstatt wird
das Auto nun komplett zerlegt und von den Strapazen des
24-Stunden-Rennens geheilt. Schließlich war die Belastung enorm und alle
Teile müssen auf die kleinsten Schäden untersucht werden. In drei
Wochen, am 13. Juni, wird er dann wieder fahrbereit in der Box stehen
und das 4-Stunden-Renenn unter die Räder nehmen.